Fototipps #3 - 7 einfache Tipps für bessere Bilder | Glücksreisen²
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Fototipps #3 – 7 einfache Tipps für bessere Bilder

1. Vermeide unscharfe oder verwackelte Bilder!

Gerade als Anfänger/in in der Fotografie werden häufig die Programmautomatik-Funktion der Kameras verwendet. Meistens machen diese ihren Job gut und man erhalt schöne Bilder. Allerdings in schwierigeren Situationen für die Kamera, also wenn das Licht schlecht wird oder die Automatik überfordert ist, verlängert sich die Verschlusszeit oft, wodurch wir unscharfe oder verwackelte Bilder erhalten. Auch erfahreneren Fotografen/Fotografinnen passiert dies, wenn gerade nachts ohne Stativ fotografiert wird. Leider zu oft findet man Situationen vor, in denen kein Stativ oder Ablagemöglichkeit verfügbar ist. 
Mit diesen Tipps optimiert ihr eure Haltung, um länger scharfe Bilder zu erzielen.

Schritt 1: Fester Stand

Je stabiler ihr steht, desto leichter fällt euch die Kamerahaltung. Am besten etwas mehr als schulterbreit stehen. Gerne auch mit einem Fuß leicht versetzt nach vorne hinstellen.

Schritt 2: Kamerahaltung

Wichtigster Grundsatz hierbei: Die Arme so nahe am Körper wie möglich, mit so viel Auflagefläche wie möglich. Die Haltung erinnert dabei sehr an Polizeibeamt/innen oder Soldat/innen mit ihren Schusswaffen. 
Haltet ihr die Kamera im „normalen“ Querformat liegt die rechte Hand mit Zeigefinger fest am Griff und am Auslöser. Die linke Hand stützt von unten die Kamera oder das Objektiv. Beide Ellbogen sollten so nahe am Körper sein wie möglich. Auch wenn es für Außenstehende merkwürdig erscheint, könnt ihr die Hüfte etwas einknicken um euch mit dem linken Ellbogen auf dem Hüftknochen zusätzlich abzustützen. 
Wechselt ihr zum Hochformat drehen die meisten die Kamera gegen den Uhrzeigersinn, sodass die rechte Hand nach oben wandert. Das führt zu einer recht verkrampften Haltung und das trägt nicht zur Verbesserung des Bildes bei. Probiert es einfach aus, die Kamera in die andere Richtung zu drehen. Dadurch kommt die rechte Hand nach unten. Jetzt können beide Arme wieder eng am Körper anliegen.

Weitere Möglichkeiten:

Schritt 3: Optionen für Fortgeschrittene

Für Aufnahmen im Querformat ist es möglich einen sogenannten Batteriegriff zu kaufen. Kamerahersteller bieten das in der Regel ab den mittelpreisigen Bodys an. Zusätzlich zu einer höheren Akkulaufzeit habt ihr die Möglichkeit, den zweiten Auslöser am Batteriegriff zu nutzen. Damit ist die Handposition deutlich entspannter und gerade für jemand, der viel im Hochformat fotografiert z.B. Portraitfotografen ist das ein absolutes Muss.
Ein weiterer Tipp ist das Ablegen über die Schulter. So legt ihr den Kamerabody auf der Schulter ab und stabilisiert so den ganzen Aufbau. Diese Position ist allerdings sehr gewöhnungsbedürftig und sollte vorher des Öfteren geübt werden.

Schritt 4: Die Atmung

Zusätzlich zur Körperhaltung verbessert ihr die Qualität auch durch eure Atmung. In den Momenten, in denen ihr den Atem anhaltet ist euer Körper am ruhigsten. D.h. entweder ihr trainiert euch an beim Ein- oder Ausatmen den Auslöser zu betätigen. Zum Beispiel atmet ihr tief ein, haltet die Luft an, macht das Bild/die Bilder und atmet entspannt wieder aus. Je öfter ihr diese Routine befolgt, desto leichter fällt euch das Ganze nach einer Weile.  

2. Fotografiere im RAW-Format!

Schon mal etwas vom RAW-Format gehört? Bei mittlerweile allen Kameras und sogar bei den Handys lässt sich in den Einstellungen das Dateiformat auf RAW einstellen. Im Gegensatz zum klassischen JPEG Format, erhaltet ihr mit RAW-Bildern die Möglichkeit mehr aus den Bildern zu holen. JPEG-Dateien sind nämlich bereits komprimierte Bilder, die nur noch die „nötigen“ Informationen enthalten und überflüssige Inhalte löschen. Dies macht sich hauptsächlich in der Größe der Datei bemerkbar und in der späteren Bearbeitung von Bilder. 
Gerade bei sehr dunklen oder sehr hellen Bereichen kann mit dem RAW-Format deutlich mehr wiederhergestellt werden. Wer also nicht ganz sicher mit der Belichtung umgeht, lässt sich hier Möglichkeiten offen. 
Wichtig zu wissen: Fotografiert ihr einmal im RAW-Format gibt es keinen Weg an der Nachbearbeitung vorbei. Im „Roh-Zustand“ sind die Bilder meistens farblos und flach. JPEG-Bilder werden auf den heutigen Geräten sofort komprimiert und verbessert. Als Neuling bietet es sich daher an in RAW und JPEG aufzunehmen. Speicherkarten kosten heute kaum Geld mehr, deshalb braucht ihr euch keine Sorgen um den Speicher zu machen.

3. Nutze die integrierte Wasserwaage!

Selbstverständlich ist es eine Leichtigkeit die Bilder hinterher gerade auszurichten. Ist euer Bildausschnitt aber gerade so groß, dass alles Wichtige erkennbar ist, wäre es doch äußert ärgerlich, wenn ihr hinterher Teile wegschneiden müsstet. Deshalb mein Rat an dieser Stelle, aktiviert die integrierte Wasserwage in eurer Kamera. Damit sind eure Bilder in Zukunft gerade ausgerichtet und ihr könnt das volle Bild verwenden. Hat eure Kamera diese Funktion nicht, dann versucht euch am Horizont oder an vertikalen Linien zu orientieren.

Canon Kameramenü Wasserwaage
Canon Kamerawaage

4. Goldener Schnitt oder Drittel-Regel?

Habt ihr bereits etwas vom goldenen Schnitt oder der Drittel-Regel gehört? Wenn nicht, ist das auch kein Problem. Die beiden Regeln beziehen sich auf die Aufteilung innerhalb eines Bildes. Schon immer wurden Kunstwerke, Gemälde und auch Bauwerke aus der Antike nach den Regeln des goldenen Schnittes gestaltet. Letztlich hat der Mathematiker Leonardo Fibonacci im 12. Jahrhundert eine Berechnung beschrieben. 
Wichtig zu wissen ist, dass sich das Motiv in zwei horizontale und zwei vertikal Linien aufteilt. Mit diesen Linien kannst du jetzt deine Komposition gestalten. Anstatt den Strand mit Himmel einfach mittig zu fotografieren, nutze die Drittel-Regel. Platziere den Strand im unteren Drittel und füllen die oberen beiden Drittel mit einem aussagekräftigen Himmel oder Sonnenuntergang. Hast du Personen im Bild sollte der Hauptfokus  am Schnittpunkt der Linien liegen. 
Beachtest du diese Regel erscheinen deine Bilder viel interessanter. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, die sollten dann aber bewusst gesetzt werden und nicht durch Zufall entstehen. Zum Beispiel wollt ihr eine Symmetrie darstellen oder eine Spiegelung im Wasser. Dann macht die Drittel-Regel u.U. keinen Sinn.

Drittel-Regel Bildeinteilung
Aufteilung nach der Drittel-Regel
Goldener Schnitt Bildaufbau
Aufteilung nach dem Goldenen Schnitt

5. Vordergrund vs. Hintergrund

Passend zum Thema Bildkomposition gehört auch die „Platzierung“ von Motiven im Vordergrund von Bildern. Unser Gehirn bzw. Auge lässt sich sich auf Bildern immer entlang Linien führen. Durch diese gezielte Verwendung komponiert man deutlich spannendere Bilder. Zudem ist das Spiel mit dem Schärfeverlauf über die verschiedenen Bildebenen damit möglich.

Fotogestaltung ohne Vordergrund
Bild mit wenig Motiv im Vordergrund
Fotogestaltung Vordergrund
Farbiger Vordergrund für mehr Spannung im Bild

6. Spiel mit dem Bildwinkel

Gerade im Urlaub besucht man natürlich die Sehenswürdigkeiten der Region. Durch die Popularität dieser Objekte kursieren ebenso viele Bilder davon. Wer hier einen neuen Akzent setzen will sollte vom herkömmlichen Bildwinkel absehen. Zu oft erscheinen langweilige Bilder aus Standhöhe. Probiere doch einen Winkel von Nahe am Boden aus. Viele Kameras besitzen mittlerweile Schwenkdisplays, die sich in derartigen Situationen optimal eignen.
Vielleicht findest du aber auch eine Erhöhung mit besserem Überblick, die eine andere Perspektive ermöglicht. Auch hier gilt mit der Gestaltung von Winkel sowie Positionierung von Motiv in Vorder- und Hintergrund kreativ zu werden.  

7. Brennweite vs. Standpunkt

Der letzte Tipp dreht sich nochmals um die Perspektive des Motivs. Dabei wird aber nicht der Winkel betrachtet sondern die Brennweite(Zoom) eures Objektives bzw. euer Standpunkt. In den Beispielbildern habe ich ganz link das gesamte Wasserrad im Bild. Das mittlere Bild ist aus kürzerer Distanz und etwas höherer Brennweite gemacht. Im rechten Bild wurde noch der Standort geändert und mit leichter Tele-Brennweite von 105mm fotografiert. 
Es macht also einen Unterschied, ob man an das Objekt näher hin zoomt oder sich nähert. Aufgrund der Brennweite der Objektiven ergeben sich daraus andere Bildausschnitte. Der Standpunkt ist aber mindestens genauso entscheidend um ein gelungenes Foto aufzunehmen. 
Probiert euch beim nächsten Ausflug einfach aus und verändert eure Brennweite und euren Standpunkt.

Wasserrad Augsburg Brennweite
Aufgenommen mit 30mm Brennweite
Wasserrad Augsburg Brennweite
Aufgenommen mit 43mm Brennweite
Wasserrad Augsburg Brennweite
Aufgenommen mit 105mm Brennweite

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