Schweiz - Das europäische Kanada | Glücksreisen²
Stellisee Matterhorn
Europa,  Roadtrip

Schweiz – Das europäische Kanada

„Jeder kann knipsen, auch ein Automat, aber nicht jeder kann beobachten"
Friedrich Dürrenmatt

Unsere Reisepläne hatten für das Jahr 2020 in der Coronakrise anders ausgehen. Allerdings ist uns dadurch wieder mehr bewusst geworden, dass wir gar nicht immer so weit von unserer Heimat entfernt schauen müssen. Es gibt die wunderschönsten Orte der Welt oft in der Nähe zu entdecken. Durch die Coronakrise hatten wir uns überlegt was in diesem Jahr möglich ist und sind zufällig auf die Schweiz gestoßen. Von Freunden hatten wir schon viele wunderschöne Fotos aus der Schweiz gesehen und ich denke jede/r sagt sich manchmal – irgendwann fahre ich auch einmal in die Schweiz. Doch die hohen Preise in der Schweiz, die kein Geheimnis sind, lenken den Fokus dann häufig auf ein eher günstigeres Reiseziel.

Durch die schneebedeckten Gipfel, türkisblauen Seen sowie die Wälder und Täler wird die Schweiz oft als europäisches Kanada bezeichnet. In unserem Reisebericht wollen wir euch ganz ehrlich von unseren gesammelten Erfahrungen berichten und euch erklären, warum die Schweiz vielleicht doch auf eurer „Bucketlist“ stehen sollte.

Unter dem Reiter Finanzen könnt ihr außerdem sehen, dass man auch in der Schweiz sparen kann.

Das war unsere Reiseroute:

Wir haben unsere Rundreise durch die Schweiz im September gemacht. Die beste Reisezeit für Wanderungen und Städtetrips liegt generell von Mai bis September. Möchte man jedoch hingegen Skifahren oder auch am Luganersee entspannen, der teilweise in Italien liegt, sind auch die restlichen Reisemonate gut möglich.

In der Schweiz zahlt man mit Schweizer Franken. 1 Euro entspricht ca. 1,11 CHF. Man kann teilweise auch in Euros bezahlen, aber das kostet und die Wechselkurse sind oft überteuert. Kartenzahlung ist in der Schweiz mittlerweile verbreitet, jedoch wird teilweise noch weiterhin Bargeld verlangt. Am besten hebt ihr Euch vor Ort an einem Bankautomaten mit einer entsprechenden Kreditkarte kostenlos Bargeld ab.

Die meisten reisen mit dem Auto (oder auch mit dem Cabrio aufgrund der vielen Serpentinen) oder dem Wohnmobil in die Schweiz. Denkt daran, wenn ihr mit dem Auto oder Wohnmobil einreist, dass ihr eine Vignette für die Autobahn benötigt.

Einige kommen jedoch auch mit dem Zug in der Schweiz an, die ein sehr gutes ausgebautes Streckennetz haben. Es werden daher auch viele Panoramazugfahrten angeboten. Es ist fast alles mit dem Zug und dem Postbus gut erreichbar.

https://www.postauto.ch/de/fahrplan-und-angebote

Wie bereits oben bemerkt, ist das häufige Essen gehen, dass wir aus Deutschland kennen in der Schweiz kaum gutes Gewissens drin. Auch das ständige Kaffee trinken, haben wir auf einmal reduziert, als wir eine Autopanne hatten und warten mussten. Beispielsweise kostet in Deutschland ein Cappuccino durchschnittlich ca. 2,60 Euro, dort etwa 5 CHF.

Wir haben vor allem beim Essen und Trinken versucht zu sparen, da wir uns selbst in einem Apartment in Andermatt versorgt und uns eingeschränkt haben. Die meisten Lebensmittel haben wir bereits von zuhause mitgebracht.
Grundsätzlich erwähnenswert ist jedoch, dass es ja einen Grund gibt, warum Lebensmittel wie z.B. Fleisch viel teurer sind als bei uns: Es wird auf eine artgerechtere Tierhaltung sowie mehr Qualität geachtet. 

Bekannt ist die Schweiz vor allem durch die vielen verschiedenen weltberühmten Käsesorten und die einzigartige Schokolade. Wir können euch auch nur empfehlen, diese zu probieren! Ansonsten gibt es viele leckere Schweizer Spezialitäten wie z.B. Käsefondue, Bircher Müsli, Zürcher Geschnetzeltes, Engadiner Nusstorte, Älplermagronen, St. Galler Bratwurst der Appenzeller Biber oder auch die bekannte Rüeblitorte.

 Ansonsten trinkt man dort gerne Café creme, Schweizer Apéro, Rivella, Alpenbitter oder verschiedene Weine.

Allgemein kann man sagen, dass die Kriminalitätsrate in der Schweiz sehr gering ist. Natürlich kommt es aber auch hier in Touristenorten immer wieder auch einmal zu Taschendiebstählen, daher behaltet euren Taschen und Geldbeutel immer im Auge.

Es ist kein Geheimnis, dass die Schweiz ein „teureres Reiseziel“ ist, was sich vor allem beim Essen gehen, beim Kaffee trinken oder auch bei Bergbahnen bemerkbar macht. Nehmt ihr wie wir die Lebensmittel von zuhause mit und versorgt euch in einer Ferienwohnung selbst, ist auch ein Schweizurlaub bezahlbar.

Finanzen Schweiz

Unsere Unterkunft:

Aufgrund der hohen Preise in der Schweiz haben wir uns relativ schnell dazu entschieden ein Apartment/Wohnung/Ferienhaus zu mieten. Dadurch besteht die Möglichkeit selbst zu kochen und die Lebensmittel von zuhause mitzunehmen. Unser Apartment haben wir über Booking.com gefunden und ist zentral in der Schweiz in Andermatt gelegen. Von dort aus haben wir unsere Tagestouren gestartet.

Übersicht Andermatt
Andermatt

Gelmersee & Gelmerbahn:

Begonnen haben wir mit einer „kleinen Rundwanderung“ zum Gelmersee von dem ich traumhafte Bilder gesehen hatte. Die Wanderung haben wir unten bei der Talstation der Gelmerbahn begonnen und sind zuerst über die Handeckfallbrücke gelaufen. Während man läuft hat man stetig eine wunderschöne Landschaft mit einer traumhaften Kulisse um sich herum. Man kommt an einem Fluss und vielen einzigartigen Pflanzen vorbei. Der Weg ist an sich gut beschildert und wird im Mittelteil anstrengender, da es dann steil hinauf zum Gelmersee geht. Insgesamt benötigt man (je nachdem wo man startet) ca. 2,5 – 3 Stunden. Die Umrundung des Gelmersees dauert nochmal ca. 1,5 – 2 Stunden (Trittsicherheit und gutes Schuhwerk ist hier notwendig). Insgesamt ist die Wanderung ca. 9,5 km lang und ca. 550 hm (Insgesamt Höhe – 1.890 m). Doch die Aussicht oben am See lohnt sich wirklich! Wir würden euch empfehlen mit der einzigartigen Gelmerbahn wieder herunterzufahren. Das ist ein tolles Erlebnis, da die Gelmerbahn eine unfassbare Steigung von 106 % hat. Sie ist die steilste Standseilbahn Europas und wurde bereits 1926 erbaut.

Hier ein Tipp vorab: Kauft die Tickets vorab am besten im Internet! https://www.grimselwelt.ch/bahnen/gelmerbahn/ Das Ticket kostet für eine einfache Fahrt 16 CHF, für Hin-und Rückfahrt 32 CHF. Wir hatten in „Coronazeiten“ Glück und es gab bergab noch welche zu ergattern.

Luzern:

Unser nächster Halt war ein kleiner Städtebesuch in der wunderschönen Stadt Luzern. Luzern wird seit dem Mittelalter auch die „Leuchtenstadt“ genannt, dessen Namensgebung umstritten ist. Wir müssen ganz ehrlich sagen, wir waren von Anfang an von dieser wundervollen Stadt am Wasser begeistert. Außerdem ist sie die perfekte Mischung zwischen Natur und Stadt. Die Stadt Luzern liegt direkt am Vierwaldstättersee und hat ca. 82.260 Einwohner.

Unsere Sehenswürdigkeiten in Luzern:

Wir würden Euch empfehlen über die wunderschöne Spreuerbrücke die Stadttour zu beginnen.

Die Altstadt von Luzern begeistert aufgrund ihrer schönen bemalten Gebäude, die überall zu finden sind. Die Kapellbrücke ist die bekannteste Sehenswürdigkeit in Luzern und Wahrzeichen der Stadt. Daher ist sie auf Hunderten von Fotos immer wieder zu sehen, weil sie sich einfach als tolles Fotomotiv aus jedem Blickwinkel eignet. Die Brücke davor ist somit eigentlich immer voll – doch wir hatten Glück, in „Coronazeiten“ war diese sogar relativ leer.

Jedoch hat diese Kapellbrücke eine ereignisreiche Geschichte: 1993 brannte ein Großteil der Holzbrücke ab und wurde in einer Wahnsinnsgeschwindigkeit wieder rekonstruiert (ja, da könnten sich heute noch einige Architekten etwas davon abschauen J). Die Brücke ist bereits unglaubliche 650 Jahre alt und diente als Fußgängerüberweg zwischen den beiden Ufern. Auch der dortige Wasserturm hat seine eigene Geschichte und wurde sogar eine Zeit lang als Gefängnis genutzt.

Weiterhin reguliert das historische Nadelwehr den Seespiegel vom Vierwaldstättersee. Es wurde früher schon genutzt, um Mühlen anzutreiben und somit diese erneuerbare Energie bereits zu Nutze zu machen.

Die barocke Jesuitenkirche, die im 17. Jahrhundert erbaut wurde und die erste große barocke Kirche in der Schweiz der damaligen Zeit war, konnten wir leider nicht begehen.

Als kleine Pause an heißen Sommertagen können wir euch ein Eis bei der Confiserie Kurmann, direkt an der Kapellbrücke empfehlen. Mit 3 CHF. pro Kugel mag das sehr teuer erscheinen, der himmlische Geschmack des Schokoladeneises entschädigte allerdings.

Schiffsfahrt auf dem Vierwaldstättersee:

Das Luzerner Rathaus, das im Renaissancestil Anfang des 17. Jahrhunderts erbaut wurde und unter Denkmalschutz steht, beinhaltet einen Taubenschlag.

Auch das Löwendenkmal, das sich im Zentrum der Stadt befindet, ist als Sehenswürdigkeit in Luzern sehr bekannt. Dieses ist einer der berühmtesten Denkmäler mit einem Löwen in Stein eingelassen.

Wir empfehlen Euch auf jeden Fall eine Schiffsfahrt auf dem Vierwaldstättersee zu machen, da das einfach irgendwie zu einem Stadtbesuch von Luzern dazugehört. Allerdings muss man sagen, dass die Schiffsfahren sehr teuer für deutsche Verhältnisse sind. Wir hatten leider nicht so viel Zeit und habe daher nur eine Bürgenstockrundfahrt*, die eine Stunde lang dauert, für 26 CHF. gemacht. Das Schiff fährt in einer halben Stunde von Luzern bis zur Kehrseiten Bürgenstock. Dort kann man nochmal mit einer Bergbahn bis ganz nach oben zum Grand Hotel fahren. Das Hotel ist berühmt dafür, dass z.B. auch Audrey Hepburn hier heiratete und nächtigte. Auf dem 1127m ü. M. m hohen Bürgenstock hat man sicherlich bei gutem Wetter eine herrliche Aussicht.

Wenn man noch genügend Zeit übrig hat, lohnt es sich zudem eine Wanderung auf die „Hausberge“ Pilatus, Rigi oder Titlis zu wagen. Der Pilatus Berg (2132m) ist einer der beliebtesten Berge dort und hat angeblich die steilste Zahnradbahn der Welt mit 48% Steigung.

Gletscherschlucht Rosenlaui:

Am nächsten Tag machten wir uns auf zur Rosenlaui Gletscherschlucht im Haslital. Um bis zur Schlucht zu kommen, muss eine Parkgebühr bezahlt werden (ganztägig 8 CHF; ab 12:00 nur 4 CHF). Vor Ort ist ein großer Parkplatz. Die Gletscherschlucht ist im Sommer von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet und kostet 10 CHF Eintritt. Der Rundgang dauert insgesamt 45 Minuten bis 1 Stunde, mit einem Fotografen an der Hand auf jeden Fall länger J. Der Rundweg beginnt bereits mit einem kleinen, aber beeindruckenden Wasserfall. Zwei bis sechs Kubikmeter Wasser stürzen pro Sekunde dort herunter, was man sich kaum vorstellen kann. Es ist einfach unvorstellbar, wie das Wasser die Felsen über die Jahrhunderte hinweg immer weiter formt. Jeder Stopp in der Gletscherschlucht ist wunderbar mit kleinen Informationen und Erklärungen gekennzeichnet.

Aaresschlucht & Reichenbachfall

Unmittelbar liegt auch die Aaresschlucht, die von vielen Touristen angesteuert wird. Für welche ihr euch von diesen beiden entscheidet, liegt ganz bei euch. Habt ihr genug Zeit, könnt ihr auch beide begehen.

Weiter ging es nach einer kurzen Mittagspause zum bekannten Reichenbachfall in Meiringen, der Sherlock Holmes –Fans ein Begriff sein sollte. Laut der Beschreibung sei er der drittgrößte Wasserfall Europas. 300m tief stürzt hier das Wasser herunter. Der Reichenbachfall ist entweder von unten nach oben oder von oben nach unten (wie wir es gemacht haben) begehbar. Man kann z.B. mit der Reichenbachbahn von unten nach oben fahren. Weltweit bekannt wurde dieser Wasserfall durch den beschriebenen Kampf 1891 von Sherlock Holmes gegen seinen Erzfeind Professor Moriarty, der hierbei gestorben sein soll. Durch ein Rohr kann man auf der anderen Seite einen angebrachten Stern erkennen, der an diesen Kampf erinnern soll.

Wanderung zur Triftbrücke:

Für den nächsten Tag nahmen wir uns eine herausfordernde, aber einzigartige Wanderung vor: die Wanderung zu der Triftbrücke mit dem Gletschersee. https://www.grimselwelt.ch/erlebnisse/wanderung-triftbruecke/

Unten an der Talstation gibt es einen kleinen Parkplatz (daher früh kommen lohnt sich!), wo man sein Auto abstellen kann, bevor man mit der Triftbahn den Berg ein Stück hinauffährt. Sinnvoll ist es seine Tickets am besten schon einen Tag (oder mehrere Tage) im Voraus online zu kaufen (https://www.grimselwelt.ch/bahnen/triftbahn/), da pro Gondel nur 8 Personen hineinpassen und es nur zwei Stück gibt. Die Fahrt mit der Bergbahn kostet hin und zurück 24 CH, eine Einzelfahrt 12 CH. Ungefähr 10 Minuten fahrt ihr mit dieser Bahn zum Startpunkt der Wanderung.
Wichtig zu wissen: Zwischen 16 und 17 Uhr geht die letzte Fahrt nach unten, daher plant dies vorher mit ein! Zuerst startet man von der Bergbahnstation am Fluss vorbei den Berg ziemlich steil hinauf. Im Sommer kann es ganz schön heiß werden, da es erstmal keinen Schatten gibt.
Wahnsinnig erschreckend war als wir oben ankamen, wie schnell der Gletscher aufgrund des Klimawandels zurückgegangen ist. Wo einst der Gletscher die Berge bedeckte befindet sich nun ein riesiger See. Daher wurde 2004 die neue Hängebrücke hingebaut, damit man den Gletscherfluss überqueren kann.

Erholungspause an der Windegghütte:

Die mittelschwere Tour ist gut beschrieben und dauert ca. 4 Stunden, wenn man über diese Hängebrücke läuft und noch einen kleinen Abstecher bei der Windegghütte (1880m) macht. Wir haben uns tatsächlich für den schwierigeren, aber kürzeren Weg über den Ketteliweg entschieden. Leider hat Ende Januar 2021 eine Lawine die Hütte überrascht, sodass diese schwer beschädigt wurde. https://www.windegghuette.ch/. Es gab superleckere Kuchen und ein kühles Radler vor Ort.

Gut ausgerüstete und erfahrene Wanderer können noch den Weg Trifthütte (2520m) gehen, was eine alpine Route mit nochmal 3 – 3,5 Stunden Weg bedeutet und wo sich eine Übernachtung tatsächlich auch lohnt.

Karibisches Val-Verzasca:

ASt. Gotthard Passufgrund der anstrengenden Tour am Vortag wollten wir den nächsten Tag „etwas“ entspannter angehen. Zunächst fuhren wir den berühmten alten Gotthardpass und den Kurven entlang, was wirklich einmalig ist. Weiter ging es zum wunderschönen Verzasca-Tal im Süden der Schweiz. Wir denken, dass die Fotos für sich sprechen! Hier muss man einfach mal entlang spazieren und das kristallklare smaragdgrüne Wasser im Verzascatal gesehen haben! Diese Badestellen im Kanton Tessin werden auch als „Malediven der Schweiz“ bezeichnet.

Am besten parkt ihr bei dem Ort „Posse“ und lauft von dort aus los (der Parkplatz ist sehr klein, deshalb früh anfangen). An sich ist es eine leichte Wanderung mit vielen Wurzeln, daher ist festes Schuhwerk empfehlenswert. Je nachdem wie lange ihr laufen möchtet, braucht ihr 4-8 Stunden. Wir sind nur knapp 3 Stunden gelaufen mit 387 hm. Hauptattraktion dort ist die Römerbrücke „Ponte dei Salti“, die bei Lavertezzo über den Fluss führt.  Viele springen von dort aus ins Wasser, was für uns nicht nachvollziehbar war. Das Wasser ist eiskalt, da durch den Fluss  Gletscherwasser fließt und nicht wirklich angenehm zum baden ist. Jedoch reicht es, um sich kurz eine Pause zu gönnen und die Füße ins Wasser zu hängen. Lauft ihr immer weiter dem Fluss entlang, gibt es immer wieder reißende Stellen mit Stromschnellen, die bereits mit Warnhinweise gekennzeichnet sind, da viele dort schwimmen wollen und dies unterschätzen.

Falls ihr noch Zeit und Lust habt, könnte ihr wie beim James Bond – Film „Golden Eye“ einen Bungee Sprung* von der 220m hohen Staumauer weiter vorne im Tal wagen.

Ausklang am Luganer See:

Anschließend ging es weiter zu einer langen Pause am Luganer See, der sich zum Teil auch schon in Italien befindet und ein mediterraneres Flair mit sich bringt. Der See war einfach traumhaft schön und mit wärmerer Wassertemperatur perfekt zum Baden. Auch die Preise beim Italiener La Vecchia Cantina vor Ort sind eine wahre Erholung. J

Fotospot Caumasee:

Am nächsten Tag ging es zum berühmten und vermutlich am häufigsten fotografiertesten Instagram-Spot der Schweiz: der Caumasee in Flims. Dieses einzigartige und farbintensive grün lässt einfach alle Fotografenherzen höher schlagen. Doch ein Tipp am Rande: geht eher am späten Nachmittag hin, da sonst die Sonne relativ hoch steht. Zudem sind keine Drohnen dort erlaubt.

Vorher zahlt man schon einmal 5 CHF zum Parken. Eigentlich wollten wir uns einen gemütlichen Tag am See mit Lesen und Faulenzen machen, aber die Eintrittspreise vor Ort (ja, der Badesee ist eingezäunt) mit 18 CHF haben uns geschockt und daher haben wir uns dazu entschlossen eine kleine Wanderung zum Crestasee zu machen. Falls ihr zum Caumasee herunterfahren wollt mit dem Lift, ist dies kostenlos möglich. Die Wanderung zum Crestsee dauert ca. 1 ¾ Stunden (einfach) und man bekommt zusätzlich eine tolle Aussicht auf die Rheinschlucht. Zurück ging es jedoch eine Stunde nur steil bergauf und das bei sommerlichen Temperaturen und Büchern im Gepäck. Unten spitzelten wir doch einmal durch den Zaun und stellten fest, dass der Caumasee seit dem 07.09.20 kostenlos zugänglich war. Ob das so bleibt oder mit der Coronasituation zu tun hatte, wissen wir nicht.

Beispiel für den Rundwanderweg vom Caumasee über den Crestasee: https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/graubuenden/rundtour-flims-caumasee-crestasee/30076951/

Aussicht auf das Dreigestirn:

Unser nächster Halt am darauffolgenden Tag war das Ausflugsziel „Schynige Platte“, wo wir eigentlich die Panoramawanderung machen wollten. Zudem war ein Besuch von „Grindelwald“ mit dem einzigartigen Blick auf den Eiger, Mönch und dem weltberühmten Jungfraujoch geplant. Naja es kam leider einiges anders als geplant und wir mussten das Auto den halben Tag in eine Werkstatt bringen.
Von Breitlauen kann man eine leichte Wanderung, die ca. 2 Stunden dauert zur „Schynigen Platte“ machen und anschließend den Panoramaweg. Eine Hinfahrt kostet jedoch stolze 32 CHF, Hin- und Rückfahrt 64 CHF p.P. Daher haben wir uns an diesem Tag dagegen entschieden und umgeplant. Möchte man zum Top of Europe“ – das Jungfernjoch* auf 3454m kostet dies 91 CHF p.P., was wir dann doch nicht ausgeben wollten für einen kurzen Abstecher nach oben. Daher haben wir uns nur ein bisschen Grindelwald angesehen und den Ausblick genossen.

Ausklang am Brienzersee:

Da wir somit anschließend noch Zeit hatten, da wir unsere Pläne spontan ändern mussten und uns das Gebiet dann doch etwas zu teuer war, haben wir die Zeit noch genutzt, um am wunderschönen türkisfarbenen Brienzer See den Abend ausklingen zu lassen.

Naturpark Blausee:

Für den nächsten Ausflug starteten wir in der Früh gleich zum einzigartigen Naturpark Blausee im Berner Oberland. Der Blausee liegt in einem 20 ha großen Naturpark. Der große Parkplatz befindet sich nur ca. 200 m vom Blausee entfernt. Den See kann man von Montag bis Freitag von 9-16 Uhr für 8 CHF pro Erwachsenen und ab 16 Uhr bis 21 Uhr für 6 CHF besichtigen. Durch den Eintrittspreis wird die Pflege dort ermöglicht. Vor Ort gibt es verschiedene Pfade und Wege durch den Naturpark, die man erkunden kann. Zudem fährt im Sommer eine Glasbodenboot mit Guide auf dem See, der etwas über dessen Entstehung erzählt. Es gibt eine wunderbare Sage dazu wie der Blausee seine türkisblaue und kristallklare Färbung hat:
In der Nähe des Blausees wohnte eine junge Magd, die in einen Hirten verliebt war und gemeinsam mit ihm Spaziergänge und Kahnfahrten auf besagten See gemacht hätten. Der Hirte kam zu Tode und die Magd weinte bitterlich an diesem See um ihn. Irgendwann fand man die Magd mit einem Schiff auf den See tot wieder und der See habe diese tiefblaue Farbe angenommen, was die Tränen der Magd gewesen waren.
Aufgrund des Naturschutzgebietes ist das Fliegen von Drohnen im gesamten Bereich verboten!

Hauptstadt Bern:

Weiter ging es am Nachmittag mit einem kleinen Städtebesuch in der Schweizer Hauptstadt Bern. Bern hat ca. 134.500 Einwohner und somit deutlich weniger als Zürich. Trotzdem hat die Stadt einiges zu bieten und glänzt durch ihre Vielfältigkeit. Laut Goethe war Bern für ihn 1779 „die schönste Stadt, die er je gesehen hat“. Auch die Berner Altstadt kann sich in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste einreihen.

Unsere Sehenswürdigkeiten in Bern:

Wir haben in einem Parkhaus (Rathaus-Parking Amag Bern)  in der Nähe vom Rathaus geparkt und von dort aus unsere Stadtbesichtigungstour gestartet. (Wer etwas mehr Hintergrundinformation zu Bern benötigt, aber trotzdem individuell sein möchte, auf den wartet der iPod-AudioGuide*.) Das Rathaus von Bern wurde bereits im 15. Jahrhundert erbaut. Dieses befindet sich mitten in der Altstadt von Bern. Wenn die Berner Flagge auf dem Dach gehisst ist, bedeutet das, dass sich hier derzeit Politiker/innen treffen, um zu tagen. Wer möchte, kann auch eine Rathausführung machen und sich das Innere zeigen lassen. Zwischen dem Rathaus und dem Berner Münster befindet sich die ältestes Apotheke der Schweiz, die „Rathaus Apotheke“ von 1571.

Direkt neben dem Rathaus steht die imposante katholische Kirche St. Peter und Paul, die aus dem 19. Jahrhundert stammt.

Wir sind dann erstmal vorbei am Gerechtigkeitsbrunnen und weiter bis zur Nydeggbrücke gelaufen. Diese Bogenbrücke über den Fluss Aare wurde im 19. Jahrhundert gebaut, um den Waren- und Reiseverkehr zu erleichtern.

Bärenpark mitten in der Stadt:

Auf der anderen Seite der Brücke befindet sich der bekannte Bärengraben und Bärenpark. Wir müssen sagen, das war für uns zu Beginn sehr ungewöhnlich, dass direkt vor der Altstadt sich am Flussufer der Aare am Hang entlang sich ein Bärenpark befindet. Der Eintritt dort ist gratis. Direkt daneben befindet sich das „Alte Tramdepot“ mit einem herrlichen Biergarten und Restaurant.

Um einen tollen Überblick über die Stadt zu bekommen sind wir den steilen Berg hinauf zum wunderschönen Rosengarten gelaufen. Im Sommer an heißen Tagen kann einem der Weg dort hinauf schon einmal länger vorkommen. Doch der Anstieg lohnt sich! Man hat oben einen traumhaften Ausblick auf die Stadt Bern mit der umrandenden Aare davor. Zudem befinden sich im Rosengarten über 250 verschiedene Arten, die man entdecken kann. Wer möchte kann eine Pause im Restaurant Rosengarten einlegen, wobei man natürlich auch für das schöne Ambiente und die herrliche Aussicht seinen Preis zahlen muss.

Dort in der Nähe befindet sich eine Einstein-Bank, der übrigens überall in der Stadt präsent und beliebt ist. Der weltberühmte Physiker Albert Einstein lebte nämlich hier in Bern, als er die bekannte Formel E=mc² und die Relativitätstheorie entdeckte. Es gibt sogar ein Einsteinmuseum und das Einsteinhaus, das man besichtigen kann.

Berner Münster:

Läuft man wieder zurück zur Altstadt sollte man auf jeden Fall noch einen Halt beim beeindruckenden Berner Münster machen und dieses besuchen. Das Berner Münster ist nämlich Wahrzeichen der Stadt und hat den höchsten Kirchturm der gesamten Schweiz. Die spätmittelalterliche Kirche wurde im gotischen Stil im 15. Jahrhundert erbaut und hat eine Aussichtsplattform auf dem 100m hohen Kirchturm, der für 5 CHF zugänglich ist.  Leider wurde das Berner Münster bei unserem Besuch restauriert und ein Besuch innen war nicht möglich. Wir haben dafür dann die herrliche Sonne auf der Münsterplattform unter den Kastanienbäumen genossen.

Eine weitere interessante Sehenswürdigkeit ist die Zytglogge (Zeitglockenturm), was auch zu einer der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt zählt. Dieser Turm wurde bereits 1405 erbaut und diente zunächst als Wehrturm, als Gefängnisturm, dann als Feuerwehrsturm und schlussendlich als Uhrenturm. Er sollte regelmäßig den Berner/innen die Zeit mit einem Stundenschlag verkünden. Im Inneren befinde sich ein einzigartiges Uhrwerk, dass auch besichtigt werden kann.

Zudem solltet ihr noch den beeindruckenden Bundesplatz mit dem Bundeshaus und der Schweizer Nationalbank besuchen. Das Parlamentsgebäude wurde 1902 komplett fertig gebaut und wird vor allem für wichtige Sitzungen der Schweizer Regierung genutzt. Das Gebäude ist insgesamt 300 m lang und davor befinden sich 26 Fontänen, die von den Kindern als Wasserspielplatz genutzt werden. Auch im Bundeshaus sind Führungen möglich.

Tipp für den Sommer: Beliebt ist vor allem (auch unter den Berner/innen) das „Flusschwimmen in der Aare“, wo man sich einfach ein bisschen den Fluss entlang treiben lassen und abkühlen kann.

5-Seen Wanderung in Zermatt:

Was gehört natürlich zu einem Schweiz-Roadtrip mit dazu? Na – klar einmal das weltberühmte Matterhorn gesehen zu haben. Dieses Vorhaben haben wir somit auch in die Tat umgesetzt und sind an unserem letzten Urlaubstag mit dem Auto nach Täsch gefahren. Dort muss man sein Auto in einem riesigen Parkhaus parken, da Zermatt komplett autofrei ist. In Täsch kauft man sich am besten ein Ticket am Schalter oder online für den Shuttle nach Zermatt. Der Shuttle fährt alle 20 Minuten und benötigt 12 Minuten für die Strecke. Das Ticket kostet 16,40 CHF für eine Person für die Hin- und Rückfahrt.

Mit dem Lift zum Blauherd:

Wir haben uns für die wunderschöne 5-Seen-Wanderung in Zermatt entschieden mit einem dauerhaften Blick auf das atemberaubende Matterhorn.

Dafür startet man am besten ab dem Blauherd auf 2571m ü.M.. Daher benötigt man noch Tickets für die Bergbahn nach Blauherd, die ihr am Schalter oder online bekommt. Ein Ticket für eine Einzelfahrt nach oben kostet ab 27 CHF. Wir haben uns für eine Einzelfahrt nur nach oben entschieden und dafür den Berg hinab zu laufen.

Der Weg für die 5-Seen-Wanderung ist super beschildert und würden wir als mittlere Wanderung einstufen. Man läuft von See zu See (Stellisee, Grindjisee, Grünsee, Moosjisee, Leisee) und kann dabei die Unterschiedlichkeit an Farbspektrum dieser bewundern. Insgesamt geht die Wanderung mit Pausen ca. 3 Stunden und ist knapp 10 km lang.

Fährt man nicht wie wir die Bergbahn wieder herunter sollte man zusätzliche Zeit von ca. 2 Stunden einplanen.

Hier die komplette Wanderung zur Übersicht:
https://www.zermatt.ch/Media/Wanderungen-Touren-finden/5-Seenweg-Nr.-11

Aus unserer Sicht ist diese Wanderung wirklich traumhaft schön und einfach ein „Muss“ bei einem Schweizbesuch. Das war das absolute Highlight zum Schluss für uns.

Aufstieg Matternhon
Panoramablick Matterhorn
Wanderweg Matterhorn
Wanderweg Richtung Stockhorn
Stellisee Matterhorn
Stellisee
Wanderung 5-Seen
5-Seen Wanderung
Grindjisee Matterhorn
Grindjisee
Grünsee Matterhorn
Grünsee
Moosjisee Matterhorn
Moosjisee
Leisee Matterhorn
Leisee
Abstieg Zermatt
Abstieg nach Zermatt
Die entspannte Alternative:

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