Deutschland - Rundreise vom Osten an's Meer Teil 2 | Glücksreisen²
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Deutschland,  Roadtrip

Deutschland – Rundreise vom Osten an’s Meer Teil 2

„Nur unterwegs erfährt man das Gefühl märchenhafter Verwunschenheit. “
Erich Kästner

Im zweiten Teil der Deutschland Rundreise führt uns der Weg vom Spreewald über die Mecklenburgische Seenplatte bis nach Rügen. Nach einem längeren Aufenthalt auf Rügen geht es an der Küste entlang nach Rostock bevor es wieder in Richtung Süden zur letzten Station im Harz geht.

Das war unsere Reiseroute:

Tüchersfeld -> Saalfeld -> Dresden -> Elbsandsteingebirge -> Gablenz(Rakotzbrücke) -> Spreewaldheide -> Müritz -> Mecklenburgische Seenplatte -> Rügen -> Rostock -> Warnemünde -> Quedlinburg -> Schloss Wernigerode -> Nationalpark Harz 

Müritz:

Unser Hotel an der Müritz war genauer gesagt in Röbel. Röbel ist ein sehr schönes kleines Städtchen und wirklich sehenswert. Von dort aus haben wir Tagesausflüge gemacht und die Mecklenburgische Seenplatte mit unseren Klappfahrrädern erkundet. Zuerst waren wir in Rechlin unterwegs und haben uns am Hafen eine Pause gegönnt. In Rechlin kann man generell viele Wassersportarten (wie z.B. Angeln, Windsurfen, Kanu fahren) betreiben. An sich fanden wir das kleine Dörfchen nicht sonderlich spannend. Weiter ging es daher zur Inselstadt Malchow, die auch ein Luftkurort ist. Wir wissen nicht genau, ob es an dem grauen Wetter und dem kalten Wind lag, aber irgendwie hat uns dieses Örtchen nicht vom Hocker gehauen. Das Schloss und die Insel dort waren aus unserer Sicht nicht wirklich lohnenswert, da das Schloss eher wie ein Verwaltungsgebäude ausgesehen hat. Hingegen von den wunderschönen Wildblumen neben dem Radweg  waren wir verzaubert und haben mehrmals für schöne Fotos angehalten.

Mecklenburgische Seenplatte:

Mit dem Auto ging es dann weiter nach Blankenförde/Kakeldütt, was sich bereits im Müritzer Nationalpark befindet. Auch von diesem waren wir nicht wirklich beeindruckt, obwohl dies ja der größte deutsche Nationalpark darstellt. Vielleicht sind wir Bayern da von anderen Wäldern verwöhnt, aber wir konnten diesem Nationalpark leider nichts abgewinnen. Weiter ging es daher an den Käbelicksee bei Kratzeburg zu einer kleinen Pause. Anschließend fuhren wir spätnachmittags noch weiter nach Waren (Müritz), um dort etwas durch die Stadt zu bummeln. Die nette Altstadt direkt am Wasser und mit Hafen überzeugte wirklich durch seinen Charme.Von dort aus gibt es auch tolle Schiffsrundfahrten und Touren über die mecklenburgische Seenplatte. Vom neuen Pier aus, hat man einen tollen Überblick und die „Skyline“ von Waren.

Am nächsten Tag machten wir einen Ausflug in den berühmten „Bärenwald“ von Müritz (https://www.baerenwald-mueritz.de/). Der Eintritt kostet 11 Euro für Erwachsene. Der Bärenwald war für Kinder und Familien wirklich spannend aufgebaut und Schritt für Schritt erklärt von der Nahrung bis hin zur Erklärung von verschiedenen Arten von Bären. Auch jeder einzelne Bär hatte einen Namen und wurde in seinem Charakter beschrieben. Bisher hatten wir nichts von einem Bärenwald gehört und fanden dies in Deutschland eher ungewöhnlich. Der Bärenwald ist bewusst naturbelassen und bietet Lebensraum für 15 Braunbären, die aus Gefangenschaft wie z.B. Tanzbären aus Osteuropa oder von einem Zirkus von der Organisation „Vier Pfoten“ wegen Tierquälerei gerettet wurden.

Seen und Schlösser:

Nach dem beeindruckenden Bärenwald ging es weiter an den „Plauer See“. Weiter außerhalb von Plau am See gibt es einen kostenlosen Parkplatz. Wir haben nochmal unsere Klappfahrräder ausgepackt und sind über das Kopfsteinpflaster durch die wunderschöne Altstadt gefahren. Vom Leuchtturm aus hat man einen tollen Ausblick auf den Plauer See.

Anschließend ging es weiter zum Krakower See, wo man viele Vögel auf einem Aussichtsturm z.B. auch Seeadler, mit viel Glück beobachten kann. Dort kann man  einfach sitzen und die Aussicht und die Stille genießen.

Wir haben noch einen kleinen Halt am Schloss Güstrow eingelegt und abends ging es dann weiter zu unserem nächsten Stopp: Rügen, Putbus.

Rügen:

Jasmin´s größter Reisewunsch in Deutschland war schon immer einmal die Kreidefelsen von Rügen zu sehen. Somit sind wir erstmal nach Sassnitz mit dem Auto gefahren und haben dann eine kleine Schiffsrundfahrt mit der „Jan Cux“ (für ca. 1 Stunde und 45 Minuten) gemacht, um die beeindruckenden Kreidefelsen vom Wasser aus zu sehen. Das Boot legt jeweils um 11 Uhr, 13 Uhr und 15 Uhr ab und kostet für einen Erwachsenen 15 Euro.  Der Kapitän hat sehr viel um die Kreidefelsen und die Stadt herum erklärt, was sehr witzig war. Er hat ganz viele ehrliche Aspekte angesprochen, was wir von einer touristischen Schiffsfahrt so nicht kennen, allerdings sehr positiv empfunden haben. Ganz deutlich wurde, dass aufgrund des Klimawandels, der Erosion und der ansteigende Grundwasserspiegel sich die Kreidefelsen verändern und dass diese bald nicht mehr so sein werden wie wir sie kennen, da die Verwaltung des Nationalparks von Jasmund viel mehr für die Erhaltung des Nationalparks tun müsste.

Die Kreidefelsen sind ca. 15 km lang und bestehen nur aus Tierskeletten, Muscheln, also aus kalkhaltigen Überresten, Sand und Lehm, die Millionen von Jahre alt sind. Zudem soll angeblich der Piratenschatz von Klaus Störtebecker dort bei den Kreidefelsen vergraben sein. Sehr viele Dichter und Maler wie z.B. Caspar David Friedrich waren auch von den Kreidefelsen fasziniert und inspiriert.

Wandern auf gefährlichen Pfaden:

Viele Menschen wollen einmal den Uferweg am Meer entlang die Kreidefelsen entlang gehen und sich auf die Suche nach Feuersteinen und Bernsteinen machen, jedoch kann dies sehr gefährlich sein. Besonders bei Wetterveränderungen sollte man auf jeden Fall die Warnschilder des Nationalparks Jasmund beachten, da es jährlich zu großen Abbrüchen an der Steilküste kommt und dies schnell lebensgefährlich werden kann.

Es gibt jedoch auch einen schönen Hochuferweg, den man auch begehen kann und man einen tollen Einblick in den Nationalpark Jasmund hat.

Wir sind weiter zum Königsstuhl gefahren bzw. das rechtliche Stück (2 km) dort hingelaufen und nicht mit dem Pendelbus gefahren. Der Weg führt durch den Wald und am Herthasee vorbei. Doch das lohnt sich tatsächlich! Da beim Königsstuhl und bei der Viktoriaaussicht wirklich viele Touristen sind, geht es dort eher hektisch zu und man hat nicht wirklich Zeit die Aussicht zu genießen, sondern nur kurz Zeit um ein Bild zu knipsen.

Seebrücke Sellin:

Abends nach dem Essen beschlossen wir noch zum Sonnenuntergang nach Sellin zur Seebrücke zu fahren. Dieses Motiv ist wohl mit einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten auf Rügen und gerade in der Morgen- und Abendstimmung ein magischer Ort. Wir haben einen traumhaft schönen Abend erwischt und mit den vielen Ostseekörben am Strand ergab das eine unbeschreibliche Kulisse.

Baumwipfelpad & Kap Arkona:

Am nächsten Tag hatten wir gleich in der Früh einen Ausflug zum Baumwipfelpfad in Prora (https://www.baumwipfelpfade.de/nezr/informationen-fuer-besucher/) geplant. Wir würden Euch auch dringend anraten gleich am frühen Morgen zu kommen, weil dann kann man noch entspannter durch den Baumwipfelpfad laufen, da allein der Parkplatz danach überfüllt war um 11 Uhr. Der Baumwipfelpfad öffnet um 9:30 Uhr und kostet 12 Euro Eintritt. Bislang waren wir noch nie auf einem Baumwipfelpfad, hatten jedoch schon von mehreren davon gehört. Man hat wirklich eine wunderschöne Aussicht ganz oben und der Weg hinauf ist interessant sowie lehrreich für Kinder und Erwachsene aufgebaut.

Anschließend ging es weiter nach Kap Arkona. Es heißt, dass Kap Arkona einer der sonnenreichsten Orte von Deutschland ist. Kap Arkona befindet sich ganz im Norden von Rügen und hat zwei noch aktive Leuchttürme, die man auch begehen kann. Die Burg dort war bei uns nicht zugänglich, da Abbruchgefahr herrschte. Mit unseren Klappfahrrädern sind wir dann 2 km weiter zum Fischerdörfchen Vitt gefahren, was recht klein und süß war, aber aus unserer Sicht auch kein „Must-See“. Viel schöner fanden wir auf dem Rückweg in Putgarten das Kunsthandwerk in einem Hof und viele kleine Mitbringsel wie z.B. Sanddornprodukte oder Kreidemännchen.

Am nächsten Morgen machten wir noch einen kleinen Spaziergang in Putbus mit dem schönen Schlossgarten und See sowie einem Wildgehege mit Rehen.

Rostock:

Unser nächster Halt nach Rügen war dann die Hansestadt Rostock.

Sehenswürdigkeiten in Rostock:

Wir haben unser Auto erstmal in der Nähe der Kröpeliner Straße in einem Parkhaus geparkt, da es überall nur kostenpflichtige Parkplätze in der Nähe gab. Anschließend haben wir einen kleinen Stadtbummel gemacht und uns die Sehenswürdigkeiten angesehen. Auf der Petrikirche gibt es eine Aussichtsplattform, die 4 Euro kostet. Nach einer kleinen und superleckeren Stärkung im „Törtchenlokal Waldenburger“ haben wir uns entschlossen nochmal eine kleine Schiffsfahrt nach Warnemünde zu machen. Eine Einzelfahrt kostet 12 Euro. Auch hier waren wir von der „deutschen Ehrlichkeit“ überrascht, was alles an Steuergelder ausgegeben wurde und was schiefgelaufen war.

Warnemünde:

In Warnemünde angekommen sind wir als erstes über die Promenade „am Strom“ gebummelt. Hier gibt es viele kleine Geschäfte, Fischimbissbuden, Fischkutter oder auch touristische Boote. Irgendwann kamen wir dann am Leuchtturm von Warnemünde und dem „Teepott“ an, dem Wahrzeichen des kleinen Ortes an. Dieser Leuchtturm ist begehbar für 2 Euro und man hat einen tollen Ausblick über Warnemünde und der Ostsee. Dann gibt es nochmal zwei „Leuchttürme“, einmal der grüne Westmole und der rote Ostmole. Der Strand und die Strandpromenade dort sind einfach traumhaft schön. Niemals hätte man erwartet, dass man so nah von Rostock einen tollen Strand vorfindet, an dem man einfach nur verweilen, aber auch Action mit z.B. Beachvolleyball haben kann.  Abends sind wir mit der S-Bahn für jeweils 2,10€ zurück nach Rostock gefahren. Anschließend sind wir in der beliebten maritimen Gaststätte „Zur Kogge“ eingekehrt, die bekannt für ihre guten Fischspeisen sind. Auch wenn wir gerne noch länger dort geblieben wären, mussten wir langsam wieder zurück Richtung Heimat. 

Quedlinburg & Wernigerode:

Deshalb war unser nächster Halt die Welterbestadt Quedlinburg im Harz. Quedlinburg war durch die Coronapandemie immer wieder als Geheimtipp in Deutschland in den Medien. Ehrlich gesagt, haben wir davor noch nie etwas von Quedlinburg gehört, doch wir waren von Anfang an sofort begeistert von diesem netten Örtchen und seinem mittelalterlichen Charme.

Sehenswürdigkeiten von Quedlinburg:

  • Stiftskirche St. Servatius
  • Münzenberg/Münzenbergmuseum
  • Altstadt
  • Schulstraße und Word Straße (besonders schöne Fachwerkshäuser)
  • Quedlinburg Schloss
  • Harzer Schmalspurbahnen
  • Rathaus

Die Stiftskirche St. Servatius ist das Wahrzeichen der nun auch UNESCO-Weltkulturstadt Quedlinburg. Leider war diese bei uns 2020 nicht zugänglich, da sie saniert wurde. Der Eintritt kostet 4,50 Euro für Erwachsene.

Die Kirche wurde bereits im 10. Jahrhundert zu Ehren des ersten deutschen Königs Heinrich I. gebaut. Trotzdem lohnt sich der Aufstieg zur Kirche, da man von oben beim Kirchengarten wirklich einen wunderschönen Ausblick auf ganz Quedlinburg hat. 

Der Käsekuchen darf nicht fehlen:

Ein „Muss“ in Quedlinburg ist selbstverständlich der weltberühmte Käsekuchen dort. Es gibt zwei gegenüberliegende Cafés, die diesen anbieten. Da das eine Café geschlossen hatte, haben wir bei Café Vincent zwei Stückchen bestellt. Es gibt dort über 130 Varianten, von süß bis deftig ist für jeden etwas dabei. Ihr könnt danach einfach einen Altstadtbummel wie wir machen oder an einer geführten Tour teilnehmen. Auch der Weihnachtsmarkt im Winter muss sehr schön sein, sodass wir auf jeden Fall nochmal zurückkehren werden.

Wernigerode:

Da Wernigerode nur 30 km weit von Quedlinburg entfernt liegt, haben wir beschlossen, diesem kleinen Städtchen auch noch einen kleinen Besuch abzustatten.  Das Schloss Wernigerode liegt ganz weit oben auf einem Berg und sieht man auch schon von weitem. Zum Schloss fährt auch eine kleine Bimmelbahn, aber man kann es vom Parkplatz am Park auch gut zu Fuß erreichen. Der Eintritt in das Schloss kostet 7 Euro, ist es jedoch definitiv wert! Auch als Filmkulisse für den Film „das kleine Gespenst“ hat es schon gedient und wirkt einfach märchenharft. Oben vom Schloss hat man einen wunderbaren Ausblick auf die ganze Stadt. Auch die Altstadt von Wernigerode ist durch alte Fachwerkshäuser gezeichnet und lädt einfach zum Verweilen ein. Besonders der Markplatz mit dem Rathaus schaut einfach toll aus. Abends sind wir noch ins „Casa Vita“ zum Essen gegangen, das mit seinem italienischen „Urlaubsfeeling-Ambiente“ im Inneren überzeugte.

Adrenalinkick mitten im Harz:

Nach der letzten Nacht in Quedlinburg beschlossen wir als Abschluss vom Harz einmal über die weltweit längste Hängeseilbrücke Titan RT zu laufen. Die Brücke befindet sich mitten im Rappbodetal und ist ca. 460 m lang. Zudem gibt es dort die Möglichkeit zum „Gigaswing“ (einen Sprung in die Tiefe) oder für eine „Zipline“ über das Tal. Die Brücke kostet 6 Euro pro Person für Erwachsene. Direkt neben der Brücke befindet sich die Rapbodetalsperre, welche die höchste Staumauer von Deutschland habe und sehr imposant aussieht. Zudem eignen sich das Bodetal und der Brocken insgesamt sehr gut zum Wandern.

Deutschland-Roadtrip als Podcast zum Nachhören:

Habt ihr jetzt Lust bekommen auch einen Roadtrip durch Deutschland zu machen, dann hört euch doch einfach unseren Podcast an. In der Podcast-Interview Reihe waren wir zu Gast bei Nina & Tom von traveloptimzer.

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